Kategoriearchive: Kopfschütteln

Microsoft fotografiert – und keiner hypt dagegen

Nun fahren wieder Kamerawagen, dieses Mal von Microsoft – und der Medienaufschrei bleibt aus. Dabei ist der Software-Konzern aus Redmond sogar dreister als Google: Man ermögliche keine vorherige Anmeldung einer Löschung wie der Suchgigant, sondern erst im Nachgang. Steht so in den Richtlinien, die man sich selbst gegeben hat, basta.

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Googlen bei Google nach Google

Ähm, was ist das denn?

Die häufigsten Suchbegriffe bei Google Deutschland 2010:

1. Facebook
2. YouTube
3. Berlin
4. eBay
5. Google
6. Wetter
7. TV
8. GMX
9. You
10. Test

Was fällt auf? Da werden die Plätze 1, 2, 4, 5 und 8 per Suchmaschine gesucht, anstatt sie direkt einzugeben? Und mir schießt die Frage ein, warum man Herrn Google bemüht, um nach Google zu suchen…

Manchmal verzweifele ich an dem Durchblick der Leute.


Vettel siegt – na und?

Hurra. Nun ist Sebastian Vettel Formel-1-Weltmeister. Bild.de und andere überschlagen sich mal wieder in nationaler Begeisterung. Weil einer schnell im Kreis fahren kann, dabei nicht das Bewusstsein oder das Leben verliert. Gratuliere, also wirklich. Mal sehen, wann wir alle als Fans die Formel 1 anvetteln werden – und welch grandioses Wortspiel die Gazetten morgen präsentieren. RTL wird sich in den Nachrichten heute garantiert auch ergießen. Zwar ist das eine körperliche Leistung. Sport aber nicht.

Dabei ist dieser ganze Zirkus doch wirklich nur Müll. Da rasen ich weiß nicht wie viele Autos im Kreis, die aus Lastern und mit Flugzeugen um die ganze Welt transportiert werden. Sie verbrauchen alle Super-Sprit, pusten dunkle Wolken aus. Ein riesiger Tross an Mechanikern, Medizinern, Boxen-Ludern, Edel-Fans und Funktionären ist auch gleich noch dabei. Und das für 19 Rennen – was für eine unsinnige, überflüssige und teure CO2-Belastung.

Loben wir den jungen Mann also, dass er das körperlich überstanden hat. Freuen wir uns mit den Bäumen, die für die Strecken gefällt wurden, genießen wir die höheren Temperaturen, die der Blödsinn gemeinsam mit Motorrad-Rennen, den unterklassigen FIA-Ligen, der DTM, den Indy Cars, Paris-Dakar (was in Südamerika stattfindet…) und dem ganzen anderen Quatsch.

Und wehe, die äußern sich zum Klimawandel.


Kettenmail-Müll und das BCC-Feld

Was mich wirklich nervt, sind diese dämlichen Kettenmails, die es immer noch ins Postfach schaffen – sowohl bei Facebook als auch klassich per Mail. Heute zum Beispiel wurde mir wíeder großmäulig mitgteilt, dass Microsoft Geld verschenke.

Mal ehrlich, wer glaubt das hier:

hallo,
hat von euch schon jemand das gehört!!!
2 wochen im auge behalten, toll oder.
Liebe Grüße Beate

Nehmt das Ernst!!
Normalerweise sende ich keine Nachrichten dieser Art, aber diese Nachricht kommt von einer sehr guten Freundin, meiner Freundin, diese ist Anwältin und es scheint eine interessante Möglichkeit zu sein. Wenn Sie sagt, dass es funktioniert, dann funktioniert es auch. Jedenfalls kann man nichts dabei verlieren.

Folgendes hat sie mir erzählt: Ich bin Anwältin und ich kenne das Gesetz. Das ist eine Tatsache.
Täuscht euch nicht, AOL und Intel halten ihre Versprechen aus Angst, vor Gericht gebracht und mit Forderungen in Millionenhöhe konfrontiert zu werden, so wie es Pepsi Cola mit General Electric vor kurzem gemacht hat.

Liebe Freunde, haltet dies bitte nicht für einen dummen Scherz. Bill Gates verteilt gerade sein Vermögen. Wenn ihr darauf nicht reagiert, könnte es Euch später leid tun. Windows ist noch immer das am häufigsten genutzte Programm. Microsoft und AOL experimentieren gerade mit diesem per e-Mail versandten Text (e-mail beta test) Wenn ihr diese Mail an Freunde versendet, kann und wird Microsoft zwei Wochen lang euren Spuren folgen.

Für jede Person, die diese Nachricht versendet, zahlt Microsoft 245 Euro. Für jede Person, der ihr diese Nachricht geschickt habt und die sie weiterleitet, bezahlt Microsoft 243 Euro. Für die dritte Person, die sie erhält, bezahlt Microsoft 241 Euro.

Nach zwei Wochen wird sich Microsoft mit der Bitte um Bestätigung der Postanschrift an Euch wenden und euch einen Scheck schicken. Mit freundlichen Grüßen

Charles S. Bailey General Manager Field Operations 1-800-842-2332 Ext.

Ich habe dies für Betrug gehalten, aber zwei Wochen, nachdem ich diese Mail erhalten und sie weitergeleitet hatte, bat mich Microsoft um meine Postanschrift und ich habe einen Scheck über 24800 Euro erhalten.

Ihr müsst antworten, bevor dieser Test beendet wird. Wenn jemand von euch diese Möglichkeit hat, sollte er sie nutzen. Für Bill Gates sind dies Ausgaben für eine Werbekampagne. Bitte sendet diese Nachricht so Vielen Leuten wie möglich. Ihr solltet mindestens 10000 Euro erhalten.

Wir wären ja bei der Weiterleitung dieser Mail nicht behilflich, wenn nicht auch für uns etwas dabei herausspränge. Eine Bekannte meines Vaters hat sich vor einigen Monaten hier eingeklinkt. Als ich sie zuletzt besucht habe, hat sie mir ihren Scheck gezeigt. Die Summe betrug 4324,44 Euro als Gesamtleistung.

Die Tante von guten Freunden, Tante Patricia, die für Intel arbeitet, hat gerade einen Scheck über 4543,23 Euro für die Weiterleitung dieser Mail erhalten. Wie gesagt, ich kenne das Gesetz und es stimmt, dass Intel und AOL gerade über eine Fusion verhandeln, die sie zum weltgrößten Anbieter machen würde und um sicherzustellen, dass sie das meistgenutzte Programm bleiben, führen sie diesen Test durch.

Man nehme also die Schlüsselbegriffe Microsoft, AOL und Intel, Bill Gates, Pepsi und General Electric, lüge irgendeinen Dreck zusammen (warum sollten AOL als Internetdienstleister und Intel als Chiphersteller fusionieren?) und habe alles zusammen, was DAUs so glauben. Faszinierend ist aber auch, dass das Ding wirklich massenhaft im Umlauf ist, obwohl doch behauptet wird, dass Microsoft und AOL die Mails tracken. In einem Land, in dem Google Street View schon Paranoia hervorruft, tut das umso mehr weh.

Dazu kommt noch, dass ich jetzt wegen dieses Mülls etwa 150 neue E-Mail-Adressen habe. Denn wer darauf reinfällt, ist auch nicht in der Lage, sein Mail-Programm richtig zu bedienen. Weil man ja einfach auf „Weiterleiten“ klickt, sein Adressbuch komplett ins „An“-Feld schreibt und damit auch private Adressen für alle Welt sichtbar macht. In meiner Spam jedenfalls waren es so etwa 15 Absender, und alle haben mindestens zehn Empfänger eingegeben.

„Liebe Freunde, haltet dies bitte nicht für einen dummen Scherz.“ Schreiben die Absender.

Doch. das ist er. Leute, nachdenken!


Schnipsel: „Das Tier zeigte sich dabei wenig kooperativ“

Nett, diese Polizeimeldung von heute. Die Formulierungen kommen wohl von einem „Schwiegertochter gesucht“-Autoren, oder?

Bremen (ots) -
Ort: Bremen, Autobahn 281
Zeit: 30. Oktober 2010, 12.45 Uhr
-

Während ihrer Streifenfahrt wurden Beamte der Verkehrsbereitschaft Bremen am Samstagmittag von besorgten Autofahrern darüber informiert, dass auf der Bundesautobahn 281 in Höhe Stahlwerke Bremen ein Schaf sein „Unwesen“ treibt. Das Tier würde nach Zeugenaussagen auf der Autobahn herumlaufen. Es sei schon zu mehreren Beinaheunfällen gekommen.

Am Einsatzort angekommen, sahen die Beamten das Tier auf einem Bahndamm neben der Autobahn. Scheu aber dennoch wachsam beobachtete das Schaf die beiden Polizisten, wie diese den Bahndamm erklommen. Als das Tier dann die Flucht vor der Obrigkeit ergriff, gelang es einem der Beamten mit einem gekonnten Hechtsprung den Vierbeiner zu stellen. Mit leichter körperlicher Gewalt wurde der Woll-Lieferant festgehalten und schließlich mit den herbeigerufenen Unterstützungkräften in einen VW-Bus bugsiert. Das Tier zeigte sich dabei wenig kooperativ. Da sich nicht herausfinden ließ, wem das Schaf gehört, wurde es zunächst im Tierheim untergebracht.


Strafe für Körperverletzung am Baby

Eigentlich müsste das eine Straftat sein. Gefährliche Körperverletzung. Aber nein, es gibt nur Mahnungen von Ärzten und Vernünftigen – staatlich wird es aber nicht verfolgt. Und das ist ätzend.

Worum geht es? Wir sind heute morgen durch die Bürger gelaufen, Bremerhavens, naja, Shoppingmeile. Die Lady war beim Friseur, ich mal wieder beim Zahnarzt. Als wir dann mit dem Junior zusammen wieder in Richtung Auto gehen, sehen wir zwei Frauen. Mit Kinderwagen, eine von ihnen schätzungsweise im achten Monat schwanger.

Und beide haben eine glimmende Fluppe in der Hand.

Rauchen in der Schwangerschaft ist und bleibt wahnsinnig gefährlich für das Kind. Es könnte unterentwickelt sein, Untergewicht haben, sogar Missbildungen. Es ist abhängig schon bei der Geburt und macht erst einmal eine quälenden Entzug. Und, das lief gestern in einem Radio-Feature, es scheint sich auf die Beweglichkeit im Kindesalter auszuwirken.

Mithin: Rauchen in der Schwangerschaft ist eine Unmöglichkeit und eine Schande. Jeder darf sich selbst vergiften, auch wenn ich das Rauchverbot in Bayern aufs äußerste gelungen finde. Aber er darf andere damit weder belästigen noch gefährden. Schon gar nicht, wenn es ungeboren ist.

Gefährliche Körperverletzung ist laut §224 StGB:

(1) Wer die Körperverletzung
1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
3. mittels eines hinterlistigen Überfalls,
4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung

begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Das sagt doch genau das aus oder? Leider liegt hier das Problem vor, dass das Kind ungeboren ist. Und das, so unser Gesetz, kann man nicht schädigen.

Eine Schande ist das.


USA – Ghana: Einige Amis hören den Schuss nicht

Das Schöne bei einer Fußball-WM ist, dass man sich an den Nicht-Deutschland-Spieltagen durchaus auch mal für andere Mannschaften begeistern darf. Nachdem sich die Lady im Spiel USA – England für die Boys, ich wiederum für die Insel-Kicker begeistert hatte (bis zur 50. Minute jedenfalls), spielen die Amerikaner heute gegen Ghana. Da ist man als USA-Fan doch auch Unterstützer, oder?

Wobei mich freut, dass der Sport nun nach vielen Versuchen auch in den USA angekommen ist, auch wenn Soccer ein doofes Wort ist. Auf jeden Fall gibt es Qoutenrekorde und volle Kneipen, berichtet tagesschau.de. Das íst doch mal etwas feines, auch wenn Basketball, Football und Baseball natürlich noch viel besser ankommen.

Zumal bei den Konservativen Rechten, die sich in letzter Zeit ja ziemlich dämlich benehmen – haben Sarah Palin als Frontfrau und veranstalten eine ultrakonservative Tea Party-Bewegung. Jetzt erklären sie Soccer für „unamerikanisch“. Spiegel online berichtet darüber. Bezeichnend für das Niveau der Rechten ist diese unglaublich dämliche Aussage:

„Wir wollen die WM nicht, wir mögen die WM nicht, wir mögen Fußball nicht, wir wollen nichts damit zu tun haben!“, bellt Glenn Beck, das selbsternannte Sprachrohr der vergrätzten Tea-Party-Populisten. „Egal, wie ihr es uns zu verkaufen versucht. Egal, wie viele Promis ihr kriegt. Egal, wie viele Bars früher aufmachen. Egal, wie viele Bier-Werbespots sie zeigen.“

Beck, der mit seiner polemischen Radiostunde und einer ähnlichen TV-Show auf Fox News trotz anhaltenden Quotenverfalls immer noch Millionen konservative Amerikaner aufpeitscht, hegt gegen den „unamerikanischen“ Fußball eine ähnliche Aversion wie gegen US-Präsident Barack Obama. „Obamas Politik ist wie die WM“, zetert er bebend: „Dem Rest der Welt gefällt Barack Obamas Politik. Uns nicht.“

Schlimmer noch: Fußball bedroht seiner Meinung nach Amerikas Status als Supermacht. Warum? Wegen der Randale:

Fußballfans, findet Beck, seien sowieso die randalefreudigsten aller Fans („Ich habe noch nie Baseball-Randale gesehen“) – weshalb Soccer („dieser Mist“) nichts Geringeres sei als eine Bedrohung der Supermacht Amerika: „Ich hasse es wahrscheinlich so sehr, weil der Rest der Welt es so sehr liebt.“ Widerstand sei also eine Patriotenpflicht: „Ich bin ein Amerikaner!“

Klar, es gibt Idioten, die sich prügeln. Aber hey, das sind eben Idioten. In der US-Gesellschaft gibt es genügend von solchen Leuten, die sich aber eben nicht beim Sport treffen, sondern sonstwo. Ist das ein Unterschied? Nö.

Mich freut der Erfolg des Fußballs in den USA. Denn heute kann ich mal Amerika feiern. Einfach so. Vielleicht gewinnen sie ja sogar.

Und morgen sind wir dann alle wieder Deutschland. Im Viertelfinale treffen wir uns dann.


Die Abo-Werberin und die Meckerziege Typ Oberlehrerin

Manchmal verstehe ich nicht wirklich, wie und warum einige Menschen sich so benehmen, wie sie sich benehmen. Nämlich einfach nur blöd.

Das frischeste Beispiel kommt heute vom Einkaufen (wobei ich mich frage, warum ich so viel Geld für so wenig Ware ausgegeben habe, aber egal). Was lungert wartet gerne in den Eingangsbereichen? Richtig, das arme Wesen, das Zeitungsabos an Mann oder Frau bringen soll. In unserem Beispiel ist eine Agentur damit beauftragt, die Lokalzeitung zwar nicht höchstbietend, aber recht teuer in Aboform zu verkaufen.

Die Lady, der Junior und ich gingen also auf den Abostand zu. Ich frohlockte, denn ich konnte nicht angequatscht werden. Stand doch eine Frau, Modell Oberstudienrätin, bei der jungen Verkaufsberaterin. Toll, wieder jemand im Netz, dachte ich. Dennoch blickte ich mal genauer hin, inzwischen kamen wir in Hörweite. Dann begann das Elend, das mir die Dummheit Beschränktheit Einfachheit Planlosigkeit der Frau verdeutlichte.

Die nämlich holte einen etwas älteren Teil der Zeitung raus. Woher ich das weiß? In den vergangenen Tagen gab es immer mal wieder eine Themenseite, auf der die Abschlussklassen der Schulen gezeigt wurden. Die wie gesagt hatte das Lehrerimitat in der Hand und die arme Verkaufsblondinge zugelabert. Das könne doch nicht sein, dass das eine Foto mit so wenigen drauf so und so gedruckt sei und auf dem anderen mit den vielen drauf alles so klein sei. Wahrscheinlich war ihr Ur-Ur-Ur-Enkel abgebildet und ohne 18-Dioptrin-Lupe konnte sie das nicht erkennen.

Egal. Denn mal ehrlich: Wer glaubt, dass jemand am Abo-Werbestand Einfluss auf die Gestaltung der Zeitung hat, gar auf die Fotografen, die diese Bilder aufnehmen? Hallo? Wenn man sich beschweren will, dann in der Redaktion. Der Sonderthemenredaktion. Im Anzeigenverkauf. Im Kundencenter oder an der Telefonhotline. Aber doch nicht bei jemanden, der seine Samstage damit verbringt, für wenig Geld Passanten abzufangen. Nachdenken statt lospöbeln lautet die Devise, oder?

So etwas verstehe ich nicht. Ob die Werberin es verstanden hat oder wie auch immer sie sich verhalten hat, weiß ich nicht. Unsere kleine Karawane ist weitergezogen, als die Debatte noch lief. Am Bäcker, wo das Milchbrötchen für den Junior über die Theke wanderte (Neid, muss ich sagen, kam in mir auf) stürmte die Beschwerdeführerin dann an mir vorbei. Kopfschüttelnd, vor sich hin brabbelnd. Vielleicht war die Antwort ja passend.

Ehrlich gesagt: Das würde ich der Abo-Verkäuferin gönnen.