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Kind liegt im Halbdunkel

21. Juli 2011

Manchmal machen mich Dinge sehr nachdenklich. Da war neulich die Begegnung mit einer Mutter und ihrem autistischen Kind. Und kurz darauf, es ist einige Tage her, die mit Pflegeeltern und der Geschichte ihres zweijährigen Pfleglings.

Wir waren nämlich mit dem Junior auf einem Spielplatz, er hat mit seiner Schippe im Sand gespielt und diesen dann in einen Eimer gekippt – was Kinder in dem Alter halt so machen und toll finden. Es kam nach einiger Zeit ein etwa gleichgroßer Junge hinzu, der nur A- und O-Laute von sich gab und sich etwas seltsam bewegt. Dabei war es nicht seltsam, sondern eher auf dem Niveau eines Kindes, das gerade zwei Tage laufen kann. Zwar nimmt sich jeder Nachwuchs seine eigene Zeit und die einen beginnen damit früher, die anderen soäter.

Das war hier aber nicht der Fall. Denn irgendwann kommt die Pflegemutter hinzu und erzählt von dem Schicksal des Jungen. Wenn das sitmmt, und Zweifel habe ich eigentlich nicht, dann ist das schon grausam. „Er ist entwicklungsverzögert“, erzählt sie, „etwa ein Jahr.“ Denn seine biologischen Eltern hätten ihn nur in einem halbdunklen Zimmer im Bett liegen lassen, kaum herausgenommen und auch nicht mit ihm wirklich geredet oder gespielt. Kurzum: Sie haben das Kinde verwahrlosen lassen und es ist verkümmert. Warum sie das taten, sei es Überforderung oder Abhängigkeit von Drogen oder sonst was,  weiß ich nicht. Nur, dass das dem Kleinen nachhaltig geschadet hat. „Und zu trinken hat er fast nur Cola und ähnliches bekommen“, so die Pflegerin weiter. Da ist Diabetes programmiert.

Eine solche Geschichte ist bederückend und erschreckentd. Warum gibt es so etwas und warum dauerte es fast ein Jahr, bis das bemerkt wurde? Nein, das ist ein Unding (so es denn stimmt). Ich hoffe nur, dass der Junge jetzt eine so gute Betreuung bekommt, dass er aufholen kann. Das ist ein Kampf in einem so kleinen Alter und so kurzem Leben. Ich wünsche ihm viel Erfolg.

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  1. 1. September 2011 09:49

    Hallo, ja es sind grausame Schicksale, meine Schwester hat ein Kind adoptiert, dem es ähnlich ergangen war. Es war sehr schwer, aber vieles hat die Kleine aufholen können und führt nun ein normales, und ich meine schönes Leben. Ich wünsche es diesem Zwerg von herzen, dass er aufholen kann, was ihm vorenthaltn wurde. Zum Glück wurde es entdeckt. Wenn auch leider so spät

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