Post geht unter die Journalismus-Makler

Schickes Design mit guter Idee: DieRedaktion.de

Die Post steigt in den Journalismus ein. Mit dem Internetangebot „Die Reaktion“ ist der Brief- und Paketdienstleister unter die Makler gegangen. Mit einem durchaus interessanten Angebot für Profis.Sinn und Zweck ist es, Journalisten und Verlage sowie Unternehmen für Artikel, Corporate Publishing und auch Werbung zusammenzubringen und Aufträge zu vermitteln. Das macht das auf der CeBit in Hannover präsentierte Protal sehr gefällig und optisch ansprechend. Und schon bei der Registrierung und dem Ausfüllen des Profils wird der professionelle Anspruch erkennbar – sind doch sowohl Springer als auch der DJV Partner des Projekts.

Denn neben den üblichen AGB-Häckchen muss das neue Mitglied auch den Pressekodex akzeptieren. So soll Qualität gesichert werden. Danach gehören die Angaben von Rechnujngsanschrift, Steuernummer, KSK-Mitgliedsnummer und ein Upload des Presseausweises zur Pflicht, um ein Angebotsprofil anlegen zu können. Und selbst dann ist man noch nicht endgültig bereit, mitzumachen. Erst muss der Nutzer per Post-Ident-Verfahren eindeutig identifiziert werden.

Das ist aber in Ordnung, geht es doch um etwas. Über die Plattform werden Verträge abgeschlossen. So bietet ein Unternehmen 300 Euro für 5000 Zeichen pro Text (ein anderes aber 50 für 10.000 Zeichen, was hoffentlich ein Tippfehler ist oder zum Ausschluss führt). Auf den Auftrag kann man sich direkt darunter bewerben, der Auftraggeber entscheidet. Freilich macht die Post das nicht für kostenlos: 15 Prozent des Honorars werden als Provision fällig. Verkauft ein Freier einen Text sind es sogar pro Lizenz 25 Prozent.

Das ist das zweite Standbein: Freie können nicht nur neue Aufträge suchen, sondern schon vorhandenes Material in verschiedenen Formen zweitverwerten. Das Interessante an dem Konzept ist der Freigabemechanismus. Der potentielle Käufer sieht nur das Exposé und muss schon die Langfassung anfordern. Volle Kontrolle für den Autoren scheint das zu gewähren – ich muss es aber erst einmal ausprobieren.

Auch die Honorierung soll gesichert sein, was in der freien Wildbahn ja nun wirklich nicht immer vorkommt, schreibt das Freienblog des DJV:

Wenn ein Verlag oder sonstiger registrierter Nutzer die Rechte am Beitrag erwirbt, leistet die Post durch Forderungskauf an den Autoren vor (so genanntes Factoring), will heißen: Das Geld kommt von der Post. Das Risiko des Zahlungsausfalls oder der verspäteten Zahlung liegt allein bei der Post.

Und weiter:

Das System bietet technisch versierteren Kollegen auch die Möglichkeit, für ihre Beiträge auf DieRedaktion.de zu werben. Dazu kann die Möglichkeit genutzt werden, ein „Widget“ einzurichten, das dann auf der eigenen (oder einer befreundeten) Internetseite eingebunden wird.

Hintergrund: Was hat die Post vor?

„Die Post selbst will kein Verlag werden, sondern als innovativer Dienstleister für die Presse wirken“, betonte Post-Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes auf einer Pressekonferenz während der CEBIT in Hannover. Er betonte, das Angebot diene der Wahrung des Qualitätsjournalismus, da es Verlagen und freien Journalisten zusätzliche Einnahmequellen durch Mehrfachverwertung ermögliche.

Na dann mal los.


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