Nordsee-Zeitung stellt Deichhelden ein

Das war’s dann mit dem Heldentum: Die Nordsee-Zeitung hat ihr „junges Magazin“ Deichhelden eingestellt. Die Domain leitet auf die Homepage des Mutterblatts um. Was freilich kein Verlust ist – waren die Deichhelden doch schon fast einem Jahr ein sterbendes Produkt.

Dabei hatte das Ganze so vielversprechend begonnen. Ein Printmagazin mit begleitender Webseite, die später dann auch ausgebaut wurde. Irgendwann wurde Deichhelden.de sogar die einzige Adresse, weil das Printprodukt aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wurde. So oder so: Deichhelden wurde Mitte 2009 zu einem reinen Online-Produkte. Damit begann das Ende des Magazins. Denn spätestens dann war es personell nicht mehr unterfüttert, eigene Texte entstanden so gut wie gar nicht mehr. Deichhelden war eine Zweitverwertungsmaschine des Mutterblatts geworden, auf der Jugend-und-Schul-Beiträge, Sport und etwas mehr veröffentlicht worden war. Dazu der übliche dpa-Boulevardkrams, den man überall bekommt und Film-News von teleschau.de.

Schade. Denn was mal als Ausbildunsprojekt begann, um Volontären das Medium nahezubringen, das im Mutterblatt kein Stück verankert, etabliert oder auch nur angesehen ist, wurde systematisch wegrationalisiert. Ein klassisches Beispiel von Kaufleuten, die in Journalismus regieren, mag man meinen. Darüberhinaus sollten die Deichhelden auch die Nicht-NZ-Leser ans Mutterblatt führen – das aber mit Inhalten aus der 60+-Zeitung zu tun, ist wohl nicht wirklich sinnvoll. Eigene, zielgruppenrelevante Themen kamen jedenfalls kaum noch vor. Schon gar nicht, wenn die Texte der Schülerseite auf einem Magazin für Mitzwanziger zu finden sind.

Wenigstens hat das Siechtum jetzt ein Ende. Fragt sich nur, ob jemand in die Bresche springen kann oder will.

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