Adieu, mein kastiger Freund

Es ist schon einige Tage her, das gebe ich zu, da gab es die traurige Nachricht der Woche. Nämlich das Ende des Walkman in Japan und das absehbare Sterben des tragbaren Kassettenrekorders in Deutschland. Man, ist das schlimm.

Das Top-Modell mit Auto-Reverse!

Das Top-Modell mit Auto-Reverse! Foto: Evan-Amos/wikipedia

1979 kam das erste Modell des Walkman auf den Markt, freilich nicht bei mir. Ich musste noch einige Jahre warten, nutzt man doch so etwas nicht mit fünf. Mitte der 80-er war es dann soweit: Ein schwarzer Klotz, vier Batterien und ein Bügel-Kopfhörer, der weder gut klang noch toll saß. Aber egal: Man war mobil mit Musik oder Hörspielen unterwegs. Juhu – welch eine Revolution. Auch wenn es häufiger Bandsalat gab war das einfach nur genial. Und dann kam das Spitzenmodel: Ein Walkman mit Auto-Reverse! Nie mehr umdrehen (allerdings auch auf jeden Fall abschalten müssen, will man nicht die Batterien leerlutschen). Ach, wie habe ich das Ding gemocht.

Bis, ja bis die technische Revolution ausbrach und die CD erschien. Natürlich auch mit dem Diskman, den ich aber kaum nutzte. Zu sperrig, zu blöd, zu ruckempfindlich. Nichts mehr mit Magentband eben, sondern ein Laser, der die Scheibe abtastet. Irgendwie war das nicht mehr dasselbe – und auch der iPod nicht, der ihn dann zügig und evolutionär ersetzte. Auch wenn die Tonqualität wesentlich besser ist, fehlt doch das Rattern aus der riesigen Box am Gürtel.

Aber das ist alt, das ist Geschichte.

Lebe wohl im Museum, mein Walkman-Freund.

Vielen Dank für die viele Stunden.

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