Freelancer: Qualität oder und Kundenmagazin?

Gestern war ich dann mal wieder lernen. Beim DJV Bremen gab es nämlich ein Seminar zum Thema Corporate Publishing. Ohne jetzt in die Tiefe gehen zu wollen: Das ist das erstellen von Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften sowie verschiedener anderer Produkte, hinter denen kein Verlag als Herausgeber steht, sondern ein Unternehmen oder eine Institution. Eine gute Übersicht gibt es bei der Deutschen Post als PDF-Datei.

Warum man sich als freier Journalist mit dem Thema beschäftigt, ist vielleicht auf den ersten Blick nicht erkennbar. Immerhin gibt es doch Pressestellen, Grafikagenturen und Marketinggurus, die sich mit dem Thema Kundenbindung und Kundengewinnung beschäftigen. Das ist ja das Ziel der CP-Produkte.

Nun, es ist genau das auch für mich: Kundengewinnung. Im Bereich des CP ist noch so einiges drin, will sagen, man kann Geld verdienen. Denn das ist das Problem von Freien: Tageszeitungen und Agenturen zahlen nicht wirklich überragend, obwohl die Gewerkschaften mit den Verlegern inzwischen angemessene und allgemeingültige sogenannte faire Vergütungsregeln vereinbart haben. Dass es Kritik der Freischreiber gibt, ist erwähnenswert, weil nicht unberechtigt. Dass die Verlage sich zum Großteil nicht daran halten, Fakt.

Was muss der Journalist also tun: Sich andere Geschäftsfelder eröffnen, um wirtschaftlich zu überleben. Dass PR dabei der ungünstigste Posten ist, weil er eben die Unabhängigkeit wirklich beeinflussen kann, ist offensichtlich. Dass CP immer noch so gesehen wird, ist allerdings ein Witz. Dennoch scheint es so, dass die Herstellung von Kundenzeitschriften in den Augen vieler Führungskräfte keinen Journalismus darstellt. Das ist ungefähr genauso bescheuert betriebsblind, wie zu behaupten, dass Print- und Online-Redakteure unterschiedlichen Geschäften nachgehen. Dabei sammeln Journalisten Informationen und bereiten sie nach allen Regeln der Kunst sowie des Mediums, für das sie arbeiten auf. Nicht mehr und nicht weniger.

Allerdings würde sich die Frage nach CP und dem Stellenwert im Journalismus nicht stellen, wenn die Verleger und Redaktionsleitungen sich entscheiden würden, hauptamtlichen und qualifizierten Freien ein wirklich angemessenes Honorar zu zahlen. Und damit erhält man gleich noch etwas dazu – Qualitätsjournalismus.

Zur Erinnerung: Das ist das, was sich alle auf die Fahne schreiben, aber kaum bieten.


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