USA – Ghana: Einige Amis hören den Schuss nicht

Das Schöne bei einer Fußball-WM ist, dass man sich an den Nicht-Deutschland-Spieltagen durchaus auch mal für andere Mannschaften begeistern darf. Nachdem sich die Lady im Spiel USA – England für die Boys, ich wiederum für die Insel-Kicker begeistert hatte (bis zur 50. Minute jedenfalls), spielen die Amerikaner heute gegen Ghana. Da ist man als USA-Fan doch auch Unterstützer, oder?

Wobei mich freut, dass der Sport nun nach vielen Versuchen auch in den USA angekommen ist, auch wenn Soccer ein doofes Wort ist. Auf jeden Fall gibt es Qoutenrekorde und volle Kneipen, berichtet tagesschau.de. Das íst doch mal etwas feines, auch wenn Basketball, Football und Baseball natürlich noch viel besser ankommen.

Zumal bei den Konservativen Rechten, die sich in letzter Zeit ja ziemlich dämlich benehmen – haben Sarah Palin als Frontfrau und veranstalten eine ultrakonservative Tea Party-Bewegung. Jetzt erklären sie Soccer für „unamerikanisch“. Spiegel online berichtet darüber. Bezeichnend für das Niveau der Rechten ist diese unglaublich dämliche Aussage:

„Wir wollen die WM nicht, wir mögen die WM nicht, wir mögen Fußball nicht, wir wollen nichts damit zu tun haben!“, bellt Glenn Beck, das selbsternannte Sprachrohr der vergrätzten Tea-Party-Populisten. „Egal, wie ihr es uns zu verkaufen versucht. Egal, wie viele Promis ihr kriegt. Egal, wie viele Bars früher aufmachen. Egal, wie viele Bier-Werbespots sie zeigen.“

Beck, der mit seiner polemischen Radiostunde und einer ähnlichen TV-Show auf Fox News trotz anhaltenden Quotenverfalls immer noch Millionen konservative Amerikaner aufpeitscht, hegt gegen den „unamerikanischen“ Fußball eine ähnliche Aversion wie gegen US-Präsident Barack Obama. „Obamas Politik ist wie die WM“, zetert er bebend: „Dem Rest der Welt gefällt Barack Obamas Politik. Uns nicht.“

Schlimmer noch: Fußball bedroht seiner Meinung nach Amerikas Status als Supermacht. Warum? Wegen der Randale:

Fußballfans, findet Beck, seien sowieso die randalefreudigsten aller Fans („Ich habe noch nie Baseball-Randale gesehen“) – weshalb Soccer („dieser Mist“) nichts Geringeres sei als eine Bedrohung der Supermacht Amerika: „Ich hasse es wahrscheinlich so sehr, weil der Rest der Welt es so sehr liebt.“ Widerstand sei also eine Patriotenpflicht: „Ich bin ein Amerikaner!“

Klar, es gibt Idioten, die sich prügeln. Aber hey, das sind eben Idioten. In der US-Gesellschaft gibt es genügend von solchen Leuten, die sich aber eben nicht beim Sport treffen, sondern sonstwo. Ist das ein Unterschied? Nö.

Mich freut der Erfolg des Fußballs in den USA. Denn heute kann ich mal Amerika feiern. Einfach so. Vielleicht gewinnen sie ja sogar.

Und morgen sind wir dann alle wieder Deutschland. Im Viertelfinale treffen wir uns dann.

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