Die Abo-Werberin und die Meckerziege Typ Oberlehrerin

Manchmal verstehe ich nicht wirklich, wie und warum einige Menschen sich so benehmen, wie sie sich benehmen. Nämlich einfach nur blöd.

Das frischeste Beispiel kommt heute vom Einkaufen (wobei ich mich frage, warum ich so viel Geld für so wenig Ware ausgegeben habe, aber egal). Was lungert wartet gerne in den Eingangsbereichen? Richtig, das arme Wesen, das Zeitungsabos an Mann oder Frau bringen soll. In unserem Beispiel ist eine Agentur damit beauftragt, die Lokalzeitung zwar nicht höchstbietend, aber recht teuer in Aboform zu verkaufen.

Die Lady, der Junior und ich gingen also auf den Abostand zu. Ich frohlockte, denn ich konnte nicht angequatscht werden. Stand doch eine Frau, Modell Oberstudienrätin, bei der jungen Verkaufsberaterin. Toll, wieder jemand im Netz, dachte ich. Dennoch blickte ich mal genauer hin, inzwischen kamen wir in Hörweite. Dann begann das Elend, das mir die Dummheit Beschränktheit Einfachheit Planlosigkeit der Frau verdeutlichte.

Die nämlich holte einen etwas älteren Teil der Zeitung raus. Woher ich das weiß? In den vergangenen Tagen gab es immer mal wieder eine Themenseite, auf der die Abschlussklassen der Schulen gezeigt wurden. Die wie gesagt hatte das Lehrerimitat in der Hand und die arme Verkaufsblondinge zugelabert. Das könne doch nicht sein, dass das eine Foto mit so wenigen drauf so und so gedruckt sei und auf dem anderen mit den vielen drauf alles so klein sei. Wahrscheinlich war ihr Ur-Ur-Ur-Enkel abgebildet und ohne 18-Dioptrin-Lupe konnte sie das nicht erkennen.

Egal. Denn mal ehrlich: Wer glaubt, dass jemand am Abo-Werbestand Einfluss auf die Gestaltung der Zeitung hat, gar auf die Fotografen, die diese Bilder aufnehmen? Hallo? Wenn man sich beschweren will, dann in der Redaktion. Der Sonderthemenredaktion. Im Anzeigenverkauf. Im Kundencenter oder an der Telefonhotline. Aber doch nicht bei jemanden, der seine Samstage damit verbringt, für wenig Geld Passanten abzufangen. Nachdenken statt lospöbeln lautet die Devise, oder?

So etwas verstehe ich nicht. Ob die Werberin es verstanden hat oder wie auch immer sie sich verhalten hat, weiß ich nicht. Unsere kleine Karawane ist weitergezogen, als die Debatte noch lief. Am Bäcker, wo das Milchbrötchen für den Junior über die Theke wanderte (Neid, muss ich sagen, kam in mir auf) stürmte die Beschwerdeführerin dann an mir vorbei. Kopfschüttelnd, vor sich hin brabbelnd. Vielleicht war die Antwort ja passend.

Ehrlich gesagt: Das würde ich der Abo-Verkäuferin gönnen.

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Eine Antwort zu Die Abo-Werberin und die Meckerziege Typ Oberlehrerin

  1. chieff89 schreibt:

    Leider gibt es das überall… und leider wissen viele Verbraucher nicht, dass eben diese „Verkäufer“ keinen Einfluss haben.

    Ich bin eh kein Fan von Abo-Ständen, denn am Ende hat man etwas an der Backe, dass man evtl nicht will oder so nicht abonniert hätte…

    Alles in allem ist das lug und trug…

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