Es war schon ein Kracher, als Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) seine Parteifreundin Aygül Özkan zur Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration gemacht hat. Eine türkischstämmige Frau, Muslima. Schon das war eine kleine Sensation, obwohl das etwas normales sein sollte.

Nun ja. Man kann das schon in den Mittelpunkt stellen, wenn man denn möchte. Daran ist nichts auszusetzen.

Heute nun wurde Özkan vereidigt. Und was machen sowohl die Kollegen vom NDR als auch die TV-Nachrichtenschreiber von RTL? Sie stellen die Tatsache heraus, dass die Ministerin ihren Eid mit „Sowahr mir Gott helfe“ beendet hat. In einer Sendung gab es dabei die Formulierung: „Das ist eine Beispiel für eine gelungene Integration“.

Ach so. Ein tolles Beispiel von mangelhafter Recherche und fehlendem Wissen gepaart mit dem unbedingten Willen, komisch zu sein und sich auch zu blamieren.

Deshalb eine klitzekleine Arabisch-Stunde: „Allah“, zu dem die Muslime beten, bedeutet „Gott“ oder auch „Gottheit“. Mehr nicht, auch wenn der Begriff häufig mit einem Eigennamen gleichgesetzt wird. Darüber hinaus sollte eigentlich auch bekannt sein, dass der christliche Gott – auf den Özkan nach der Logik der Nachrichtenautoren sich ja hinintegriert hat -, der jüdische Gott (sei es Jahwe, Jehova oder eine andere Bezeichnung, die es ja gibt) und Allah nun mal eben identisch sind.

Um es klar zu sagen: Die Christen beten zu Gott. Die Juden zu Jahwe. Die Moslems zu Allah. Und alle beten denselben Gott an, nur seine Propheten sind andere. Jesus war eben der vorletzte Prophet, Mohammed hat das Konzept weiterentwickelt und war der letzte Prophet.

Folglich hat Özkan auf „ihren“ Gott geschworen. Was also einfach keine Nachricht wert, sondern eine religiöse Selbstverständlichkeit ist.

Özkan übrigens hat selbst gesagt, dass dies alle Gott-Ansichten beinhalte und nicht „nur“ Allah.

Aber es ist ja nun einmal die erste Muslima in Ministerwürden. Da kann man ja verzeihen, dass man das nicht so genau durchschaut.