Man mag nun von Don Alphonso halten, was man will: Heute hat er an seiner blogbar einen Post veröffentlicht, der gar nicht so falsch ist. Es geht darum, dass viele Blogs den Medienwandel ausrufen und schon das Ende der etablierten, “alten” Medien hervorkommen sehen.
Nein, ich möchte hier niemanden dissen, aber so ganz falsch ist diese Ansicht nicht. Im Gegensatz zu den USA, Frankreich und auch Italien ist gerade das deutsche Netz eben – deutsch. Zurückhaltend, Meinung wird kaum losgelassen oder pöbelnd wie in den Kommentaren von Welt online und netzpolitik.org, wo sich Markus gerade über den Kommentarstil einiger Nutzer geräuspert hat .
Es ist aber eben so, dass in Blogs oft “nur” Menschen unterwegs sind, die sich auch für die jeweiligen Themen interessieren. Fakt ist: Allgemeine Inhalte ziehen wenig, wenn nicht eine starke Zeitungs-/Magazinmarke dahinter steht, die einen zumindest brauchbaren Ruf oder aber gutes Marketing haben. Spezialseiten dagegen sind und werden erfolgreich sein.
Insofern hat Don Alphonso also Recht, wenn er den so oft angekündigten Medienwandel einiger Apologeten der Moderne verneint. Allein: Schon dass die Mittel des sogenannten Web 2.0 immer mehr bei den Zeitungsseiten einziehen, ist ein Erfolg (mal abgesehen davon, dass unheimlich viele nicht wirklich damit umgehen können).
Vielleicht liegt die – sagen wir – Zurückhaltung der meisten Surfer aber auch in der Berichterstattung der Platzhirschen. Der Spiegel wird nicht müde, über das Böse Netz zu schreiben, in dem sein Online-Ableger äußerst erfolgreich ist. Eine Studie belegt laut Nordsee-Zeitung, das auf Twitter nur Tralala gezwitschert wird – wofür der Dienst ja auch gegründet worden ist.
Die Berichterstattung vieler Agenturen und Medien ist zumindest gefühlt immer auf Abzocker ausgelegt, obwohl viele Angebote genau solche Elemente enthalten. Warum also soll ich mich dafür dann interessieren? Eben. Ganz zu schweigen von der Online-Print-Verknüpfung, die häufig dürftig verbesserungswürdig ist.
Wann bitte hat einer von denen das letzte Mal eine Geschichte aus jenem Leben geschrieben, das diejenigen interessiert, die keine abgefuckten Netzjunkies sind? Wann hat nochmal der letzte auftragslose Freijournalistendarsteller mit Blog neben seinem Mediengedöns eine spannende Reportage ins Netz gestellt?
Fragt Don Alphonso. Das wäre schon schön. Aber mal ehrlich, Herr Kollege: Wann hast Du das zuletzt gemacht?
Dennoch: Der letzte Satz des blogbar-Pamphlets ist genau das, was man fordern muss, berichtet man über diesen Themenkreis:
Na los, Ihr Könner. Zeigt mal, wie das geht.
Wobei das in Teilen sicher auch für Don Alphonso gelten darf.
Ich habe das nachweislich erfolgreichste Blog bei der FAZ und, ganz unbescheiden, damit das mutmasslich einzige deutsche Profiblog, das sich häufig mit Abwerbeversuchen rumschlagen muss.
http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/default.aspx
Will sagen: Ich muss keinem mehr beweisen, wie das mit dem Medienwandel geht. Ich mache das, wovon die anderen nur schwafeln.
@ Don Alphonso: Klar, bestreite ich ja gar nicht. Ich lese das zumindest sporadisch auch. Und ich habe nicht behauptet, dass Du das nicht verstanden und vielleicht sogar verinnerlicht hast. Damit ziehe ich
gerne zurück. Gilt aber nicht wirklich für die anderen, oder?
…wow, da bin ich doch tatsaechlich ueber den „echten“ don auf der suche nach seiner „kleinen schwester“ gestolpert…., und habe ausserdem rausgefunden, dass der barchetta (dessen vordersitze man durchaus in wohnmoebel verwandeln kann) eigentlich dem „don“ gehoert….
ausserdem finde ich, dass don alphonso und seine „kurtisane“ (vielleicht besser: hetaere, bzw. noch besser: muse) den/die besten blogs machen die man sich wuenschen kann. — zugegeben, unter nicht immer einfachen voraussetzungen, aber, um es mit den worten eines meiner instruktoren zu sagen: „anyone can work under ideal conditions.“