Das Ende von Klickgeneratoren?

Das Ende der Mogeleien? Die Frage stellt meedia.de voller Hoffnung. Grund für die Frage ist die Entscheidung der IVW, ab 2010 keine Page Impressions mehr zu zählen, sondern nur die Visits einer Seite. Was an sich eine coole Sache ist, die Online-Kaufleute der Verlage aber gewaltig ins Rotieren bringen könnte.

Wurden doch Werbeplätze bislang immer nur nach den Page Impressions verkauft, also der Zahl der angesehenen Seiten pro Besucher. Was man gut und gerne mit Bildergalerien, Quizen, Aufteilung von Artikeln auf mehrere Unterseiten (wie auch dieser hier ;-) ) und so weiter pushen kann. Was manchmal aber aus journalistischer Sicht auch in Ordnung ist, nimmt man die Klickstrecker von Welt online (und anderen) einmal aus, die gerne mal die 160 besten Einkommen in Form einer Bildergalerie mit Text darin zur Klickjagd nutzen.

Durch ein Ende dieser Klickabzocke könnte sich damit auch in den multimedialen Inhalten wieder Qualität einbringen – denn eine journalistische Erzählform sind sie allemal, wenn sie den richtig eingesetzt werden.

Allein: Selbst meedia.de und die IVW glauben da nicht wirklich dran:

Verschwinden werden die PIs nicht komplett. So arbeitet die IVW zusammen mit der AGOF an einer „Neudefinition des Leistungswertes“, die Werberelevanz der Internetnutzung solle stärker erfasst werden. „Bisher wurde grundsätzlich jeder Seitenaufruf eines Nutzers gezählt. Nach gegenwärtigem Diskussionsstand in den zuständigen IVW-Gremien sollen künftig nur noch die Klicks auf potenziell werbeführende Seiten berücksichtigt werden“ sagt IVW-Mann Bongartz zu „Horizont.net“. Sprich: Statt der Gesamtzahl der Page Impressions werden dann nur noch vermarktungsrelevante Zugriffe gezählt. Wer kann aber ausschließen, dass in einem solchen Fall die Websites umprogrammiert werden, auf einmal alle PIs vermarktungsrelevant sind und das Spielchen wieder von vorn beginnt?

Noch Fragen? Wir werden also weiterhin die unsinnigen Klickgeneratoren auf den Seiten bewundern dürfen statt ein wenig Augenmaß zum Nutzen des Users. Sicher: auch die 150-Bilder-Bildergalerie ist manchmal gerechtfertigt. Doch eine Galerie um des Klickens willen eben nicht. Das sind kreativere Geschäftsmodelle gefragt. Und das wäre doch wirklich mal was Feines.

Update am 28. Juni., 20.06:

Medienrauschen stellt in einem Beitrag klar, dass die PI nicht abgeschafft, sondern nur weniger betont werden sollen. Schade. Dann geht es nämlich mit den Klickstrecken weiter wie bisher.

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