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Ratzinger bleibt eben Ratzinger

5. Februar 2009 · 1 Kommentar

Es ist faszinierend, wie jetzt auf „unseren“ Papst eingedroschen wird. Joseph „Benedikt XVI.“ Ratzinger hat einen Holocaust-Leugner ex-exkommuniziert und einen Proteststurm hervorgerufen. Selbst die Protestantin Angela Merkel schimpft mit dem früheren Landsmann – immerhin hat er ja jetzt einen eigenen Staat – und forderte zur Klarstellung.

Die kam, einige katholische CDU-/CSU-Bonzen meckern jetzt und die meisten Leute glauben an eine Intrige der Kardinäle gegen Yoda im weißen Kittel Heiligen Vater (ach nee, Kinder darf er ja nicht), also Kirchenboss.

Doch Benedikt ist eben Ratzinger, und das mit vollem Herzen. Das habe ich schon bei der Wahl geglaubt, auch zwischendurch (siehe [post=490]) und auch immer noch. Der Hardliner führte schon seinen Vorgänger, soll im Opus Dei sein und war – und ist natürlich eigentlich immer noch – Chef der Glaubenskongregation, die früher mal Inquisition hieß und Menschen auf den Scheiterhaufen stellte.

Auch ist er an vielen Haltungen der Kirche beteiligt – sei es die Haltung gegenüber Homosexuellen, Priesterehe oder auch der Schwangerenkonfliktberatung. Nein, dieser Papst ist nicht niedlich, er ist nicht modern, er ist aber auch nicht dämlich. Über Jahrzehnte war er in und für die Kurie tätig und kennt das in und auswendig. Wusste er wirklich nichts von der Pius-Bruderschaft? Nichts über Richard Williamson? Immerhin war er mit der Bruderschaft, deren Position zur Kirche und auch dem Ausschluss aus derselbigen noch als Kardinal betraut.

Also entweder ist er vergesslich, gar dement, oder aber es war eine gezielte Provokation.

Aber keinesfalls eine Intrige gegen „unseren Papst“.

Wir sind jedenfalls nicht Papst. Gut so.

Kategorien: Politik
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1 Antwort bis hierher ↓

  • Andreas Grause // 24. Oktober 2009 um 11:36

    Wir werden alle zu dem was wir am meisten verachtet haben, selbst ein Hitlerjunge ist heute Papst. Mehr unter Andreas Grause unter yasni.de

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