Irgendwie ist das scheinheilig. Da stellt sich die Linke gemeinsam mit den Grünen hin und jammert, dass die Bundeswehr in Afghanistan nichts zu suchen habe. Weil ein Soldat bei einem „Anschlag„* getötet worden ist und – vielleicht – deutsche Soldaten Zivilisten erschossen haben.
Scheinheilig ist es, weil gerade die Grünen und große Teile der Linken, damals noch in der SPD, den Einsatz in Regierungsverantwortung mit unterstützt haben. Scheinheilig, weil sie immer brav die Hand heben bei der Verlängerung der Einsätze. Scheinheilig ist es, weil die Politik eigentlich gar kein Konzept hat und das nie lösen wird.
Was glauben die in Berlin eigentlich, was das da am Hindukusch ist? Ein Spiel. Nein. Es ist ein Krieg, an dem Deutschland beteiligt ist. Folglich töten Soldaten und werden getötet. Und ein Krieg ruft in den Beteiligten immer das Niedrigste hervor, egal wie gut Ausbildung und Vorschriften sein mögen. Das zu verharmlosen, ist ein Unding – unbenommen der Tatsache, dass die Bundeswehr dort tatsächlich nichts zu suchen hat.
Aber für die Politik ist es ein Spiel auf einer Karte. So scheint es.
Dass Menschen sterben, sowohl Deutsche als auch viel mehr Angehörige anderer Nationen, ist dabei kein Thema. Umso tiefer sitzt der Schock nach dem Tod eines Soldaten, jedes Mal. Weil die Kriegs-Erkenntnis eben auf sich warten lässt.
Vielleicht kommt sie ja noch.
Ob das was ändert, bleibt allerdings mehr als fraglich.
* Anschlag ist dabei sowieso das falsche Wort. Dabei handelt es sich um ein Verbrechen, ein kriminelles Vergehen. Gegen eine Armee eines anderen Landes vorzugehen, die man in der verzehrten Logik eines Warlords und seiner Mannen als Besatzer auffasst, ist eine Menge. Ein Anschlag ist es aber so gesehen nicht.



