Bremer SPD will sich die “Alex” krallen

Da geht einem als Bremerhavener doch mal wieder gepflegt die Hutschnur hoch: Der SPD-Unterbezirk Bremen Stadt möchte die “Alexander von Humboldt” erwerben und in den Überseestadt legen lassen. Das schreibt der Weser-Kurier heute.

Die "Alexander von Humboldt" ist zurzeit zuhause.

Die "Alexander von Humboldt" ist zurzeit zuhause.

Da heißt es:

Als Schmuckstück und Anziehungspunkt im umgestalteten Europahafen, um dort die zukunftsgerichtete Entwicklung der Überseestadt mit der Historie zu verknüpfen. Zunächst sollen der Senat und die Handelskammer gemeinsam einen Beauftragten für Bremens maritimes Erbe finden und berufen.

Ach so. Ja, ein maritimes Erbe gibt es in der Hansestadt sicher. Die “Alex” gehört aber nicht dazu. Seit das grüne Schiff mit den grünen Segeln unter diesem Namen auf den Weltmeeren unterwegs ist, und das ist nun einmal seit 1988 der Fall, ist ihr Heimathafen Bremerhaven. Nicht Bremen.

Genau genommen hat die “Alex” nichts mit Bremen zu tun, außer dass sie dort gebaut worden ist. Laut Wikipedia hat sie diese Geschichte:

  • 1906–1939 Einsatz als Reserve-FS für die Stationen: Adlergrund, Jasmund (bis 1925), Fehmarnbelt (1. Einsatzort), Gabelsflach, Kiel, Kalkgrund/Flensburg, Amrumbank, Außeneider
  • 1914–1918 Einsatz als Kriegsfeuerschiff Ost auf verschiedenen Ostsee-Stationen
  • 1920–1945 Umbenennung in Reserve-Holtenau (1920, Heimathafen Kiel-Holtenau); Einsatz auf wechselnden Positionen, hauptsächlich in der Ost- und auch in der Nordsee
  • 1945 fester Standort: Übernahme der Station Kiel, an Position 54° 30′ N, 10° 18′ O54.510.3 und Umbenennung in Kiel (III) wegen Verlust des Stamm-FS Kiel (II) von 1902 durch Fliegerbomben
  • 1946 Eigner und Dienstherr: Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel
  • 1950 Austausch der Dampfmaschine (175 PS) gegen Dieselmotor (300 PS)
  • 4. Januar 1957 Kollision mit finnischem Motorschiff Satu, wegen Wassereinbruchs in flaches Wasser geschleppt, auf Grund gesetzt, am 13. Januar 1957 gehoben, Instandsetzung und Modernisierung: Staatswerft in Rendsburg-Saatsee; nach mehr als zwei Jahren 1959 wieder auf Stammposition im Einsatz
  • 5. Juli 1967 Einsatz als Reserve-Feuerschiff Kiel wegen Inbetriebnahme des neu erbauten Leuchtturmes „Kiel“ für die Stationen (meist Nordsee) „Fehmarnbelt“ (Ostsee), „Elbe 1“, „Weser“, „Borkumriff“, „P8“, „P12“, „Deutsche Bucht“; Eigner: Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck
  • 1970 Einbau eines neuen Dieselmotors mit 510 PS
  • 21. September 1983 Eignerwechsel (neuer Dienstherr): Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven
  • 10. Oktober 1983 Einsatz als Stamm-FS auf Station „Deutsche Bucht“ wegen Außerdienststellung von FS Amrumbank (II)
  • 1986 Einsatz als Elbe 1-Reserve und Weser-Reserve (8. Juli 1986)
  • 17. September 1986 Kollision auf „Weser“-Station mit liberianischem Motorschiff Ocean Wind, wegen Schäden am 23. September 1986 Außerdienststellung und Reparatur in Wilhelmshaven, Umbenennung in Confidentia und Überführung nach Bremerhaven; Ersatz der vakanten „Weser“-Station durch vollautomatisches Feuerschiff FS1

Wo bitte steht da Bremen? Und woraus leitet die SPD den Anspruch darauf, ab, die Bark zu erwerben?

Fakt ist, dass die “Alex” für 3,8 Millionen Euro verkauft werden soll, weil die Deutsche Stiftung Sail-Training eine Nachfolgerin bauen lässt. Die ist vom Typ her ein P-Liner, also etwas ganz anderes als ein Feuerschiff. Darüber mag man streiten. Aber daraus die Idee zu entwickeln, ein mit Millionen aus Steuergeldern entwickeltes Quartier mit einem Millionen teuren Schiff zu versehen, dass einen solchen tollen Ruf hat, ist irgendwie unlogisch. Oder neidet hier ein Kolonialherr den Erfolg der Tochterstadt? Segler ohne Bremen-Bezug gibt es doch genug.

Daher hier ein Vorschlag für ein Schiff, das aus Bremerhaven stammt und ebenfalls schick wäre in der Überseestadt. Zu besichtigen zurzeit in Bremerhaven (warum hat Bremen eigentlich keine Sail?): Die “Krusenstern” (Ex-Padua).

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Fehler zuzugeben ist eine Zier

Schade ist es doch immer wieder, wenn man nicht zu seinen Fehlern steht, sondern diese einfach kaschiert. Gerade im Netz ist das doch auch eine Auszeichnung – denn mal ehrlich: niemand ist fehlerfrei.

Da kann es passieren, wenn in einem Blog der Vorname eines Bundesministers mit dem der Person verwechselt wird, der vor 20 Jahren die DDR abgewickelt hat. Ein Fehler, der auch in NDR Info vor einigen Tagen im Radio gemacht wurde (auch wenn der eigentlich nicht passieren darf).

Klar ist, dass dann ziemlich bald die Kommentare zum Text auch auf den Fauxpas hinweisen. Was macht man nun? Ich habe mir, auch bei meinem früheren Arbeitgeber, angewöhnt, diesen Kommentar mit Dank für den Tipp zu beantworten und den Fehler im Text zu beheben. Keinesfalls aber bügele ich das einfach aus.

Das ärgert mich, denn der offene Umgang mit Fehlern ist eine Auszeichnung. Kritikfähigkeit eine Zier.

Schade, dass das weder kein kommerziellen Medien noch bei Blogs zu funktionieren scheint.

PS: Ich erwähne nur den Sachverhalt, nicht das Blog. Denn dieser Post ist ausnahmsweise kein Pranger, sondern soll sich nur um das Thema im Allgemeinen drehen.

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Die mediale Angst vor Google Live View

Eigentlich wollte ich mich ja nicht zur Google-Street-View-Debatte äußern, die in Deutschland gerade läuft. Vor allem, weil ich sie nicht verstehe. Was ist daran so schlimm, das jemand ein Haus fotografiert und auch ins Netz stellt? Das machen inzwischen Tausende täglich auf privaten Seiten genauso wie bei Flickr und Co.

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Live-Bilder sind ein Momentausschnitt, mehr nicht. Hier ist der Apple-Flagship-Store an der 5th Avenue in New York zu sehen.

Allerdings kann ich heute doch nicht an mich halten. Warum? Bildblog.de hat mal die schwachsinnigsten Gründe zusammengetragen, die im Moment gegen das Projekt vorgebracht werden. Um es an dieser Stelle schon zu sagen: Man muss bei Google uns seiner Datensucht sicher aufpassen. Aber nicht mehr als mit allen anderen Internetdiensten auch – und die immer wieder hochkochenden Pläne der Politik, das Netz und seine Nutzer zu überwachen sind auch nicht viel besser.

Um die beim Bildblog genannten Gründe zusammenzufassen: Die Leute haben Angst, beobachtet zu werden, ständig und rund um die Uhr.

Und fallen dabei anscheinend auf ein grundlegendes Missverständnis hinein, an dessen Ursache unser aller Medien nicht unschuldig sind – erklären sie Street View dann doch anscheinend immer wieder falsch und unzulänglich. Ein Beispiel ist die 3D-Ansicht der Welt. Das ist Unsinn.

Hier einige der Passagen aus Bild, dokumentiert nach Bildblog.de:

Juliane Winterberg (19), Sozialfachangestellte aus Gerstungen: „Ich sonne mich oft im Bikini auf der Terrasse. Durch Google finden Spanner doch sofort mein Wohnhaus.“

Jeanette Biedermann (30), Sängerin: „Ich werde mein Haus schwärzen lassen. Ich glaube nicht, dass die Verantwortlichen von ‘Street View’ glücklich wären, dass man ihnen beim Nacktbaden im Garten zuschaut.“

Anni Brandt (78), Rentnerin aus Waltrop: „Es ist praktisch, ich konnte mir zum Beispiel das Haus eines Freundes in Amerika anschauen. Aber wenn mich Leute auf meinem Balkon sehen, finde ich das nicht gut.“

Mirja (34) und Sky du Mont (63): „Wir wollen unser Haus auf jeden Fall schwärzen lassen. ‘Street View’ fördert Kriminalität. Und wir möchten nicht, dass jemand unsere Kinder beim Spielen im Garten sieht.“

Marcus Schenkenberg (42), Topmodel: „Tolle Sache! Wenn ich unterwegs bin, kann ich mich überzeugen, ob meine Häuser in New York, Stockholm und L. A . noch stehen. Eins muss tabu sein – in die Fenster reinzufilmen!“

Hanebüchen war auch gestern eine Aussage im TV, bei der eine Blondine allen Ernstes sagte: „Das muss nicht sein. Google Earth reicht doch!“. Hallo?

Herrschaften, was glaubt ihr eigentlich, was da passiert? Dass Google ständig und live eure Häuser zeigt?

Nein, es ist ein Foto. Ein einziges. Das irgendwann mal gemacht worden ist, in Deutschland ist das freilich noch nicht so lange her. Keinesfalls ist es aber so, dass

  1. Gärten gezeigt werden, die doch meistens hinter den Häusern liegen
  2. Menschen und Autoschilder werden von sich aus unkenntlich gemacht. Vielleicht sieht man mal jemanden auf dem Balkon. Erkennen wird man ihn nicht.
  3. Die Nacktfotos, die so viele befürchten, kommen nicht von Street View. Sondern allerhöchstens auf den Satellitenbildern, die Google Maps und Google Earth zugrunde liegen.

Worin liegen denn nun die Datenschutzprobleme? Dass Werbung ins Haus flattern sollte, falls ein Maler meint, die Fassade braucht Farbe? Der Handwerker von Nebenan macht sich sicher nicht die Mühe und Kosten, die Eigentümer ausfindig zu machen. Und wenn, dann geht das in Mietshäusern an die Verwaltung. Einbrecher nutzen die Daten zum ausbalwodern? Vielleicht. Aber Profis nehmen eher in Augenschein. Und Amateure planen nicht.

Das Thema wird gehypt und ist eine Kampagne. Das Microsoft noch bessere Bilder plant und in Bing einen ganz ähnlichen Dienst anbietet, wird gar nicht erwähnt. Dass die Medien sehr gerne Earth-Bilder bei Geschichten nehmen (egal, ob von Google oder Microsoft) ist auch egal.

Diese Hysterie nervt. Bitte erklärt das Thema mal besser und sachlicher. Dann wird vielleicht auch mehr verstanden. Und wir brauchen solche Aussagen wie oben nicht mehr zu lesen.

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Katzenvieh

Ich wusste schon immer, dass Katzen einen eigenen Kopf haben:

(via @caschy)

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Antwort erbeten

Wie fein: Statt einer Antwort ein Gebührenbescheid. Irgendwie ist das nicht unerwartet, wenn man mit einem Amt zu tun hat, oder? Ich hatte bislang über meine Ex-Firma eine Ausnahmegenehmigung, um für dienstliche Belange im Halteverbot parken zu dürfen. Wenn es brennt, zum Beispiel. Oder für einen wichtigen Termin, wenn kein freier Parkplatz zur Verfügung steht. Entsprechend der Straßenverkehrsordnung ist das möglich.

Die ist nun ausgelaufen. Was macht man also, wenn man sie nicht mehr über eine Sammelorder bekommt, sondern direkt beantragen muss? Richtig, man fragt erst einmal:

Ich arbeite inzwischen selbstständig als Journalist aus und über Bremerhaven, unter anderem für [...] das neue Portal www.havenlog.de. In dieser Eigenschaft möchte ich meine zum Monatsende auslaufende [Ausnahme-]Genehmigung für das Fahrzeug mit dem Kennzeichen [...] sowie das [...] Fahrzeug [...] verlängern.

Ist dies möglich? Wie hoch sind die Gebühren für diese Ausnahme?

Ich danke Ihnen für Ihre Mühe im voraus. Meine Daten und Kontakt-Telefonnummer finden Sie untenstehend.

Ist doch deutlich, dass ich erst einmal wissen will, was das kostet, oder? Es sind übrigens etwas mehr als 75 Euro. Steht nämlich im Bescheid mit der Bewilligung des Antrags. Der Zwischenschritt einer Antwort ist – sagen wir mal nett – entfallen.

Und was, wenn ich die Erlaubnis ob des Preises nicht hätte haben wollen?

Na, lassen wir das mal und verbuchen es unter Patzer. Am Ende ist ja doch klar, dass ich den Zettel benötige. Zahlen muss ich sowieso. Der Weg ist nur etwas anders gedacht gewesen. Ach ja. Ich habe sie auch nur für ein Auto erhalten…

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