Da sieht man mal, wie mächtig Angela Merkel, Bundeskanzlerin, wirklich ist. Großspurig wird im Wahlkampf purer Opel-Aktionismus gezeigt, immer wieder feiert sich die Bundesregierung als harter Verhandlungspartner.
Und wird mal ebenso, kurz nach der Wahl, von einem Unternehmen an die Wand gespielt. Noch in den USA erfuhr die Kanzlerin von der GM-Entscheidung, Opel nicht zu verkaufen. Wenige Minuten vor Abfahrt vom Hotel zum Flughafen, für die Rückreise. Jetzt soll noch mit Barack Obama telefoniert werden. Mehr als nette Grüße werden das nicht sein.
informelles.de hat sich unter Überschrift “Merkel lässt sich von GM vorführen” ausführliche Gedanken dazu gemacht. Eine Passage
Aber was tut man nicht alles, um ein paar Wählerstimmen einzusammeln. Die ganze Opel-Rettung wurde ebenso wie die von Quelle, deren Ende letzte Woche besiegelt wurde, einzig und allein für den Bundestagswahlkampf 2009 inszeniert.
Aber auch der Rest ist so richtig, dass ich ruhigen Gewissens einfach mal auf das Blog verweise.
Abzusehen war das übrigens schon lange…
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Ach nee. Jetzt also doch.
Nachdem unter Peter Struck (SPD) und Franz-Josef Jung (CDU) die Bundeswehreinsätze am Hindukusch noch Wahlweise als “die Verteidigung Deutschlands” und als “Wir machen da einen Stabilisierungseinsatz” bezeichnet wurden, spricht Karl-Theodor zu Guttenberg, der ins Verteidigungsministerium abgeschobene Smartie der neuen Bundeskungelregierungskoalition, erstmals von “kriegsähnlichen” Verhältnissen in Afghanistan.
Höret also auf.
Deutschland ist im Krieg. Nicht, dass das schon länger offensichtlich ist – eine solche Aussage war einfach nicht zu erwarten. Willfährig ist man den Amerikanern gefolgt, sowohl in den Kampf als auch in der wirren Argumentation. Jetzt also das Eingeständnis, dass man eben nicht einfach nur gut ist und den Afghanen hilft, sondern im kriegsähnlichen Einsatz.
Für die Bundesregierung gilt dabei dasselbe wie für die vermeintliche US-Lichtgestalt Barack Obama:
Doch das war es auch schon an deutlichen Worten – Schwarz-Gelb hat keine klare Strategie für den Bundeswehreinsatz.
So bezeichnet es Spiegel online und diese eine Passage spricht Bände. Die Konsequenz ist klar, meint man. Rückzug, sofort. Fordert Die Linke. Bleiben und geordnet abrücken, wenn sich das Land stabilisiert hat ist die andere Denkweise. Die eigentlich auch die bessere Alternative ist. Wenn allerdings sogar die Wahlen so manipuliert werden wie von Karsai, dann ist das auch witzlos.
Aber wenigstens ist eines jetzt einmal klar: Wir sind eine kriegführende Nation. Dass man da mit toten Soldaten rechnen muss, ist übrigens leider eine Selbstverständlichkeit. Mit toten Zivilisten wohl leider auch. So ist das.
Afghanistan ist unser Vietnam. So oder so.
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Eine Probe, so ist es doch wohl, ist etwas, das mich überzeugen soll. Zumindest eine Warenprobe. Sie hat einzig die Aufgabe, mich so zu begeistern, dass ich das Hauptprodukt dann auch kaufe. So jedenfalls sehe ich das. Und ihr?
Milupa auf jeden Fall scheint das anders zu sehen. Denn wie man so ist, man bestellt sich als junges Elternpaar ja bei jedem Babynahrungshersteller einen Newsletter und bekommt ein Willkommenspaket. Hipp zum Beispiel packt zwei Gläschen rein, Nestlé auch. Damit man prüfen kann, ob der Zwerg das überhaupt mag, ohne viel Geld dafür in den Sand zu setzen. Schönes Modell.
Die Manager von Milupa aber haben sich eine – ihrer Ansicht nach – clevere Methode zum Abkassieren ausgedacht. Sie schicken nämlich auch eine Probe von Aptamil (das ist die Teuer-Marke von Milupa, die Günstig-Variante ist Milumil) Milchbrei Gries für Abends. Was fein ist. Wenn nicht in sechs Punkt Schrift unten auf der Packung stünde “Probe: 1/2 Portion”.
Was bedeutet, dass die Probe nicht reicht, um sie am Kind auszuprobieren. Denn der Junior wird davon ja nicht satt werden (sofern er es mag). Man benötigt im Prinzip also eine Packung aus dem Handel, um die halbe Portion Mensch mit einer ganzen Portion Brei zu füttern – dann kann man das mit der Probe aber auch gleich ganz lassen.
Klar, man kann sagen: Wahrscheinlich werden die Kinder mit einer halben Portion anfangen und diese dann mit einer Flasche abfüllen. So oder so: Es wirkt geizig, und es ist geizig. Allerdings ist Aptamil auch wirklich teuer, welcher Hersteller kann es sich also leisten, das zu verschenken?
Anscheinend alle außer Milupa.
Ich will ja nun nicht als Aasgeier erscheinen, der alles geschenkt haben will.
Doof wirkt die Probe so aber auf jeden Fall.
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Wie das Internet künftig gestaltet werden solle, sei „das größte Projekt“ der schwarz-gelben Regierung, sagte Leutheusser-Schnarrenberger.
Das sagt die FDP-Ex-Bundesjustizministerin auf Zeit online in einem Vorabbericht zu einem morgen in der gedruckten Zeit erscheinenden Interview. Dieser eine kleine Satz zeigt, dass die Parteien es immer noch nicht wirklich verstanden zu haben scheinen: die Politik kann das Internet nicht gestalten. Schon gar nicht die deutsche Bundesregierung alleine.
Wobei die Aussage, dass das Netz kein rechtsfreier Raum sei, stimmt. Das muss man zugeben oder zumindest akzeptieren. Es geht um die Frage der Rechtsdurchsetzung, und da haben sich die bisher Regierenden nicht mit dem Internet beschäftigt (Stichworte: Stasi 2.0 und Zensursula). Und die als Daten- und Bürgerrechtsretter angetretenen Liberalen ebenso wenig.
Wenigstens den Schein gibt sich die FDP aber doch noch:
In meinen Augen ist das alles offen. Aber eines ist klar: Es darf nicht der Eindruck entstehen, wir wollten zensieren. Die Diskussion um die Sperrung von Kinderpornografie-Seiten im Netz habe bei vielen Menschen den Eindruck erweckt, der Staat bewege sich in Richtung Zensur. Wenn Millionen vor allem junger Menschen „das Gefühl haben, die Politik wolle ihre Kommunikationsfreiheit einschränken, ist das eine gefährliche Entwicklung. Deshalb werden wir die Frage beantworten müssen, wie künftig mit dem Netz umgegangen werden soll“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Schließlich habe die Diskussion um die Internet-Sperren dazu beigetragen, dass die Piratenpartei entstanden sei.
Dazu das Sperrgesetz ein Jahr lang auszusetzen, ist wiederum ein Witz. Allerdings: Vielleicht haben die Verantwortliche dann ja irgendwann die Zeit, sich wirklich mal beraten zu lassen. Möglichst aber dann einmal von jemanden, der sicch auch auskennt.
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Manchmal bewundere ich Menschen für ihre Geduld beim Zuhören. Das ist auch so ziemlich der Hauptgrund, warum ich niemals am Tresen im Verkauf arbeiten könnte. Denn genau diese Geduld fehlt mir völlig.
Heute sind meine Helden die Mitarbeiter der Apotheke schräg gegenüber. Ich komme rein und möchte Hustenlöser für die Lady kaufen, die sich zurzeit durchs Leben röchelt. Zwei Apothekenfachkräfte hinterm, zwei Kunden vor dem Tresen. Warten ist man ja gewohnt und macht man auch gerne mal. Außer natürlich, es geht an den Schaltern vor einem um wahlweise die Krankengeschichte oder die geplante Kulturreise ins Heilige Land.
Und was war? Klar – die Krankengeschichte im Detail und die Kulturreise ins Heilige Land waren die Themen. Deshalb weiß ich jetzt von zwei mir völlig unbekannten Bremerhavenern eine ganze Menge. Die eine zum Beispiel hat – und das ist nur ein Auszug – Schmerztherapie erhalten, dazu auch starke Schmwerzmittel und viele gute und weniger gute Tipps von mindestens vier Ärzten. Was natürlich alles nicht gewirkt hat.
Mehr kann ich an dieser Stelle aber nicht erzählen, denn gleichzeitig rauschte mir die andere Erzählung inst Ohr. Eine Reise steht bei der mutmaßlichen Oberstudienrätin an. Ins Heilige Land oder sonst wo, Hauptsache man kann sich finden. Das Programm jedenfalls ist zum Abgewöhnen: Meditative Tänze, Gesprächskreise, religiöse Betrachtungen und Kulturgut. Ich bin zwar nun auch nicht der Ballermann-Spezialist, sondern mag mir auch und gerne viel ansehen. Aber das ist definitiv zu viel.
Weil mir die Ohren inzwischen aber ziemlich gepfiffen haben und der Hustenlöser immer noch im Regal auf mich wartete, 15 Minuten aber um waren und das Büro ruft, muss die Lady noch ein wenig länger husten.
Nachher gehe ich nochmal zum Drogen-Dealer*.
Mal sehen, was dann auf mich wartet.
* PS: Drogen kommt ja auch von dröge, also von getrocknet. Medikamente waren vor der Chemie oft getrocknete Pflanzen und Gewürze. Also ist es, um bösen Kommentaren vorzubeugen, äußerst legitim, wenn auch ungewohnt, Arzneien so zu bezeichnen. Nur mal so am Rande erwähnt
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